Das Gewächshaus verlängert uns das Gartenjahr, es kann aber auch noch etwas anderes, was überhaupt nichts mit Gemüse oder ähnlichem zu tun hat. Es gibt Gewächshausbesitzer, die sind tätsächlich total auf Gemüse fixiert, Salate, Tomaten, Gurken, das war’s. Eigentlich ist mir das zuwenig, denn es gibt noch andere reizvolle Verlockungen, das Gewächshaus zu nutzen. Mir bringt es jedenfalls immer wieder viel Freude, durch Antreiben von Blumen-zwiebeln und –knollen die Blütenpracht des Frühlings in den Winter vorzuverlegen. Kleine Osterglocken, niedrige Tulpen, Krokusse, duftende Hyazinthen und vieles mehr eignet sich hervorragend zum Vortreiben. Wir können aber nicht kurzfristig planen, denn wenn wir erst im Dezember auf die Idee kommen, dann ist es schon zu spät, denn dann hatten die Zwiebeln oder Knollen keine Zeit, im Pflanzgefäß gut durchzuwurzeln. Der beste Zeitpunkt zum Ein-setzen in das Pflanzgefäß ist Ende Oktober. Als Erde kann man normale Gartenerde nehmen, mit der man den Topf aber nur ca. zu 2/3 füllt. Darauf setzt man dicht an dicht die Blumen-
zwiebeln, die sich aber nicht berühren sollten und deckt sie mit einer fingerdicken Schicht Sand ab. Danach kann man die Töpfe in einem Frühbeetkasten oder Kaltgewächshaus absenken und gießt kräftig an. Da die Töpfe mit den Zwiebeln zwar kalt, aber frostfrei stehen sollten, kann man sie vorsichtshalber noch mit einer 15 cm-Schicht Laub abdecken. Die Zwiebeln und Knollen werden dann sehr schnell bewurzeln und nach einiger Zeit zeigen sich die ersten Triebe. Mit etwas Glück hat man dann bereits in der Weihnachtszeit blühende Hyazinthen und Krokusse im Haus, meistens etwas später sind die Narzissen und Tulpen.
Mit den kleinen Osterglocken hatte ich mir etwas Zeit gelassen, die Triebe stehen jetzt in meinem Wohnzimmer, sind ca. 4 cm lang und ich hoffe, dass sie rechtzeitig im März, also zu Ostern, blühen.
Wer Erdbeeren im Garten hat, weiß einerseits die leckeren Früchte zu schätzen, andererseits weiß er auch um die vielen „Mitesser“ in Form von Schnecken und Vögeln. Außerdem kann das Wetter auch schon mal einen dicken Strich durch die Ernteerwartungen ziehen. Besitzer eines Gewächshauses können dem allen ein Schnippchen schlagen, indem sie Erdbeeren in das Gewächshaus holen. Das ist eine einfache und lohnenswerte Sache und es ist interessant, im nächsten Jahr mal die Erträge „draußen“ und „drinnen“ zu vergleichen. Habe ich Erd-beeren im Garten, brauche ich für das Antreiben im Gewächshaus keine neuen Pflanzen zu kaufen, denn die Pflanzen im Garten entwickeln bereits vor der Ernte Ausläufer. Diese Ausläufer kann man in kleine Töpfe leiten, die mit Pflanzerde und Kompost gefüllt sind. Den Ausläufer im Topf mit einem kleinen Stein beschweren und nachdem der Ausläufer ange-wurzelt ist, kann man ihn von der Mutterpflanze trennen. Die Töpfe bleiben dann das übrige Jahr und auch im Winter draußen stehen. Habe ich ein unbeheiztes Gewächshaus, kann ich die Pflanzen so etwa Mitte bis Ende Februar in das Gewächshaus holen. Am günstigsten ist es, wenn ich Hängebretter oder ein Regal im Gewächshaus habe. Die Pflanzen sollten so hell wie möglich stehen und haben einen hohen Wasserbedarf. Daher ist es am besten, wenn man die Töpfe auf Untersetzer stellt, aus denen sie sich das Wasser ziehen können. Die Pflanzen mögen es auch, wenn man dem Gießwasser hin und wieder Flüssigdünger hinzufügt. Man sollte darauf achten, dass die Pflanzen nicht zu dicht stehen und gut belüftet sind, damit kann dem Grauschimmel vorgebeugt werden. Bei einer Temperatur von ca. 15°C fangen die Pflanzen an zu blühen. Um Erträge zu bekommen, muß man die Pflanzen wegen der wahrscheinlich fehlenden Insekten entweder regelmässig schütteln oder mit einem Pinsel der Bestäubung nachhelfen. Einer frühen und pfächtigen Ernte dürfte dann nichts mehr im Wege stehen.
Da im Gewächshaus logischerweise kein Regen fällt, muss man selbst bewässern und gießen.
Als Wasser sollte man Regenwasser bevorzugen, dass wir über die Dachrinne des Gewächshauses in 3 Fässern à 200 ltr sammeln, die miteinander verbunden sind. Zwei Fässer befinden sich draußen neben dem Gewächshaus, das dritte Fass steht im Gewächshaus etwas erhöht, damit die Gießkanne unter den Ablasshahn gestellt werden kann. Mit diesen 600 Litern sind wir eigentlich immer hingekommen. Das Gießen mittels Gießkanne ist sicherlich am Zeitaufwendigsten, aber auch die preisgünstigste Variante. Wenn man es etwas komfor-tabler möchte, kann man auch über einen speziellen Schlauch eine Tröpfchenbewässerung an das Wasserfass anschließen. Zu diesen Systemen gibt es auch elektrische Zeitschalter, sodass die Bewässerung dann vollautomatisch geschieht. Das ist vor allem sinnvoll, wenn man nebenbei noch berufstätig oder mal ein paar Tage unterwegs ist. Bei der Tröpfchen-bewässerung ist es sinnvoll, hin und wieder die kleinen Öffnungen zu kontrollieren, denn sie könnten bei stark kalkhaltigem Wasser verkalken und somit verstopfen. Bei weichem Regenwasser besteht diese Gefahr allerdings nicht. Will man Topfpflanzen bewässern, kann man sich einen sog. Bewässerungstisch bauen, der auf drei Seiten mit einer Kante umgeben ist, auf der einen Längsseite bringt man ein Rinne an, die über einen regulierbaren Tropfer mit Wasser gefüllt wird. Auf den Tisch legt man eine wasserdichte Folie, darüber kommt ein Vlies, das auf der einen Längsseite in die Rinne mit dem Wasser gelegt wird und sich so immer automatisch mit Wasser voll saugt. Nun kann man über das Vlies noch eine Abdeckfolie legen, die man kreuzweise dort einschneidet, wo später die Töpfe mit den Pflanzen stehen. Die Töpfe müssen natürlich ein großes Loch im Boden enthalten, damit die Pflanzen das Wasser aus dem feuchten Vlies aufnehmen können.
Im Winter essen wir ihn gern, den weiß-gelben Chicorée zusammen mit einer Soße aus Joghurt mit klein geschnittenen Mandarinenstückchen. Chicorée zu kaufen ist die einfache Art, wer aber einen Garten und vielleicht auch noch ein Gewächshaus hat, sollte ihn einfach mal selbst anbauen. Es ist zwar etwas langwierig, aber letztlich doch ganz einfach.
Vorgetrieben wird der Chicorée aus Wurzeln, die man aber erst einmal anbauen muss. Dafür kauft man Chicoréesamen und sät nach den Frösten, also ab Mitte Mai, in das Gartenbeet iin Reihen mit einem Abstand von 25 cm aus. Beim Kauf der Samen muss man darauf achten, dass der Chicorée zum Vortreiben „ohne Deckerde“ geeignet ist.
Wenn die Samen aufgegangen sind, vereinzelt man die Jungpflanzen auf 10 cm, damit sie genügend Platz haben, um kräftige Wurzeln zu bilden.
Den Chicorée lässt man dann wachsen bis Ende Oktober/Anfang November. Man sollte nicht versuchen, die dabei gewachsenen grünen Blätter zu essen, sie schmecken sehr bitter, sind also ungenießbar. Auf diese Blätter kommt es aber auch gar nicht an, was wir ernten wollen, sind die Wurzeln. Diese graben wir Anfang November aus und entfernen die Blätter bis auf einen Stumpf von 4-5 cm. Die ausgegrabenen Wurzeln schlagen wir ein und bewahren sie im Keller auf. Nach kurzer Zwischenlagerung kann dann mit dem Vortreiben begonnen werden. Dazu brauchen wir einen großen schwarzen Plastikeimer, dessen Boden ein paar Zentimeter hoch mit Torf gefüllt wird, der gut mit Wasser befeuchtet wurde. Darauf setzen wir dann die Chicoréewurzeln und decken den Eimer mit schwarzer Folie ab. Die richtige Treibtemperatur beträgt zwichen 15 und 25°C. So manches Gewächshaus erreicht diese Temperaturen bereits tagsüber im Winter bei Sonnenschein oder im frühesten Frühjahr. Je nach Treibtemperatur können wir dann nach etwa 4 bis 6 Wochen erste Chicorées ernten. Dabei müssen wir darauf achten, dass die Spitzen allenfalls gelb werden, nicht aber grün, denn dann werden sie wieder ungenießbar.
Tomaten und Schlangengurken sind eigentlich schon Gewächshaus-Klassiker. Man kann auf kleinem Raum dadurch viel ernten, weil sie in die Höhe und weniger in die Breite wachsen.
Wie wäre es zur Abwechslung einmal mit „Busch“-bohnen. Die leckeren Filet-Böhnchen haben wir eigentlich im Freiland, aber es geht auch im Gewächshaus. Da sät man natürlich keine Buschbohnen, sondern kann auf eine Stangenbohne zurückgreifen, deren Hülsen genau so zart und lecker sind wie eine Buschbohne. Eine weitere interessante Möglichkeit besteht darin, dass man sie sowohl für den Früh- wie auch für den Spätanbau aussäen kann. Wer also Fan von Buschbohnen ist, für den ist der Anbau der feinen Stangenbohnen genau das Richtige, denn die Erträge können sich durchaus sehen lassen.
Je nachdem, ob man nun eine frühe oder späte Ernte beabsichtigt, kann man von Ende März bis Ende Juli aussäen. Zur Wahl des frühesten Aussaatzeitpunktes muss man in etwa wissen, wie sich die Temperaturen im eigenen Gewächshaus entwickeln könnten, Temperaturen zwischen 12°C und 25°C sind optimal.
Bei der Aussaat bzw der Anzucht von Bohnen hat man mehrere Möglichkeiten: entweder man legt die Bohnen direkt in die Erde oder zieht sie in Töpfen vor, um sie nach Erscheinen der Keimblätter umzupflanzen. Bevor man die Bohnen in Erde legt, kann man sie auch in einem Keimbehälter vorkeimen lassen. Wir nehmen dazu unsere mehrstufige Keimbox, in der wir normalerweise Kresse o.ä. für den täglichen Bedarf keimen lassen.
Sind die Bohnen aufgegangen, streben sie nach oben. Am besten gelingt die Aufleitung mit dicken Schnüren oder Drähten vom Boden bis zum Gewächshausdach. Das dann entstehende dichte Blätterwerk der Bohnen lässt einiges an Feuchtigkeit entstehen, daher ist immer für gute Lüftung zu sorgen. Mit dem Gießen kann man sich anfangs noch etwas zurück halten, nach der Blüte sollte man aber regelmäßig gießen, denn einen trockenen Stand vertragen die Bohnen überhaupt nicht und werfen dann die kleinen Fruchtansätze wieder ab.
Kartoffeln aus dem Gewächshaus, dass kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen. Eigentlich betrachte ich es auch nicht als ernste Anbaumethode, sondern es ist vielmehr ein Spaß, wenn man im Garten keinen Platz für den Kartoffelanbau hat. Als ich darüber zum ersten mal las, habe ich auch nur geschmunzelt und den Kopf ungläubig geschüttelt, aber warum nicht einmal ausprobieren?
Ich hatte noch zwei große schwarze Eimer aus Kunststoff, die ich etwas zur Hälfte mit einem Gemisch aus Erde, Kompost und etwas Hornspänen gefüllt habe. Dann habe ich pro Eimer drei Pflanzkartoffeln eingelegt, die ich zuerst zuhause antreiben ließ, dass sie schöne, starke Triebe hatten. Unter die Kartoffeln habe ich noch etwas Kalk gegeben, was die Schorfbildung der Schale verhindert. Das ganze habe ich dann mit Erde aufgefüllt. Wenn man ein frostfreies Gewächshaus hat, kann man die Eimer ohne weiteres schon Ende Februar in das Gewächs-haus stellen. Temperaturen im Gewächshaus zwischen 15 und 20°C wären ideal. Wann wir dann geerntet haben, habe ich leider nicht aufgeschrieben, aber die Kartoffeln aus einem Eimer reichten locker für zwei Mahlzeiten.
Man kann die Kartoffeln nach dem Antreiben aber auch direkt ins Gewächshaus setzen. Nachdem man den Boden zubereitet hat, deckt man ihn mit einer schwarzen Folie ab, die man etwa alle 25 cm kreuzweise einschneidet. Dahinein setzt man dann die gekeimten Pflanz-kartoffeln. Die Pflanzen wachsen ganz gut, müssen ab und zu natürlich auch gegossen werden und eventuell zwischendurch auch etwas Dünger bekommen, aber ansonsten scheint nichts zu passieren. Will man ernten, entfernt man die schwarze Folie und die erntereifen Kartoffeln liegen vor einem. Man braucht sie nur noch abzusammeln. Aber wie gesagt, eine ernsthafte Sache ist das nicht, aber es macht Spaß, es einfach einmal auszuprobieren.
Meine Schwester und ich schauten mal wieder die alten Fotoalben an. Wir schwelgten in alten Erinnerungen und dachten an die vielen Treffen bei Tante Trude. Regelmäßig besuchte die ganz Familie Trude auf ihrem Bauernhof. Sie hatte den meisten Platz und backte dazu noch den leckersten Apfelkuchen der Welt. Aber, was noch viel beeindruckender war, ihre alten Uhren in ihrer guten Stube. Sie sammelte verschiedene Uhren. Ein ganz besonderes Stück war eine alte Standuhr. Dieses Schlagen zu jeder viertel und dann die vielen Gongschläge zur vollen Stunde. Ich war immer wieder aufs Neue hin und her gerissen und hätte sie am liebsten mit nach Hause genommen. Was noch viel besser war, diese alte Uhr war ein perfektes Versteck. Nach dem Kaffeetrinken tobten wir Kinder auf dem ganzen Hof herum. Am liebsten spielten wir Verstecken. Ich kann mich noch genau an einen Sonntag erinnern, an dem wir Kinder wieder mit großer Begeisterung Verstecken spielten und meine Schwester uns suchen musste. Zuerst fiel mir kein geeignetes Versteck ein, aber dann: Da war doch die alte Standuhr. Sie war perfekt. Da ich eine von den Kleinsten war, passte ich prima hinein. Nach und nach hatte meine Schwester alle anderen Kinder gefunden, nur mich nicht. Ich saß in meinem Versteck und freute mich tierisch. Sie konnte mich einfach nicht finden. Das gab es noch nie. Niemand hatte sich bisher so gut versteckt. Vergeblich halfen nun auch meine Cousins und Cousinen bei der Suche, aber ich blieb mucksmäuschenstill im meinem Versteck und war einfach weg. Leider ließ sich die Uhr plötzlich nicht mehr von innen öffnen und Tande Trude war der Retter in der Not.
Wem die „Euro-Norm“-Tomate, meistens in riesigen Gewächshäusern in Substratsäcken zu allen Jahreszeiten gezogen und verfügbar, nicht schmeckt, der sollte unbedingt eigene Tomaten im Gewächshaus haben. Tomaten sind geradezu „die“ Pflanzen überhaupt für das Gewächshaus, denn sie sollen von oben trocken stehen, also keinen Regen bekommen, sollen aber „feuchte Füße“ haben. Weiterer Vorteil: Entgegen zu anderen Pflanzen können Tomaten über mehrere Jahre den gleichen Standplatz haben.
Wenn man genügend Platz im Gewächshaus hat, sollte man immer mehrere Sorten versuchen, denn nur eine Sorte Tomaten im Gewächshaus ist einfach zu langweilig. Will man Tomaten aus Samen selbst ziehen, dann sollte man schon Anfang März damit anfangen, damit man zeitig ab dem Frühsommer bereits Tomaten hat. Beim Kauf von Pflanzen hingegen kann man sich etwas Zeit lassen. Da Tomatenpflanzen nicht den geringsten Frost vertragen, muss man selbst entscheiden, ob man bereits im April oder erst Anfang Mai die Tomaten in das eigene Gewächshaus setzen kann. Was den Boden anbetrifft, sind Tomaten nicht ganz anspruchslos. Der Boden sollte humus- und nährstoffreich sein, auch auf eine sorgfältige Bodenlockerung sollte man achten, denn die Tomaten wurzeln tief in den Boden hinein. Da die Tomaten hoch aufwachsen, kann man sie an Pfähle oder spezielle Tomatenspiralen anbinden. Da ich immer eine ganze Reihe an Tomaten habe, habe ich aus Ästen und Bambusstangen eine Art Spalier gebaut, an dem ich die Tomaten hochziehe. Dieses elastische Spalier hat folgenden Vorteil: Mit der Bestäubung kann es im Gewächshaus eventuell Schwierigkeiten geben, sodass jede Tomatenpflanze einzeln hin und wieder geschüttelt werden sollte. Ich schüttel dann das ganze Spalier, was einfacher ist, als jede Pflanze einzeln zu schütteln.
Die aus den Blattachseln wachsenden Triebe bricht man aus, was den Ertrag der Hauptpflanze steigert, auch den Haupttrieb kappe ich, wenn er etwa 180 cm erreicht hat.
Als begeisterter Hobbygärtner bzw –gärtnerin schielt man oft in südliche Regionen, wo es wettermäßig günstiger ist und das Gartenjahr einige Monate länger dauert. In unseren nördlichen Gefilden ist das Gärtnern durch das kurze Gartenjahr und die manchmal kühlen und nassen Sommer nicht immer die reine Freude. Man kann und muss es entweder hinnehmen oder versuchen, der Natur ein kleines Schnippchen zu schlagen. Ich habe mir gesagt, wo Platz für Gemüsebeete ist, ist auch noch eine Ecke für ein kleines Gewächshaus frei. Es muss nicht unbedingt ein Warmhaus sein, ein Kalthaus tut es auch und verlängert das Gartenjahr doch um einiges.
Bei der Suche nach einem geeigneten Gewächshaus hat man Wahlmöglichkeiten, dass man erst überhaupt nicht weiß, was man von den vielen Angeboten wählen soll. Da werden Kleingewächshäuser aus Metall und Glas angeboten, teilweise mit automatischen Belüftungen und allem Schnick-Schnack, den man entweder braucht oder auch nicht braucht. Dass kann dann auch richtig ins Geld gehen. Oder man entscheidet sich für eins der Foliengewächs-häuser, die auch in verschiedenen Größen und Ausfertigungen angeboten werden. Da uns das alles zu aufwendig war, haben wir uns kurzerhand selbst ein Gewächshaus aus Holzbalken und Gewächshausfolie mit einem schrägen Dach aus Wellplastik gebaut. Das Gewächshaus ist ca. 5×3 m groß, man kann darin bequem stehen, ist mit einer Tür und sehr großen Fenstern versehen, die man im Sommer zur besseren Durchlüftung entweder ausstellen oder raus-nehmen kann. Das Regenwasser leiten wir über die Dachrinne in 3 Behälter à 200 ltr, die miteinander verbunden sind. 2 Fässer stehen neben dem Gewächshaus und 1 Fass steht drinnen etwas erhöht und mit einem Ablasshahn versehen, sodass man zur Wasserentnahme eine große Gießkanne darunter stellen kann. Das Gewächshaus ist zwar etwas einfach in der Konstruktion, aber doch sehr effektiv und hat gehalten, was wir uns davon versprochen haben.
Salate kann man im Frühbeetkasten vorziehen und dann ins Freiland auspflanzen, aber warum nicht auch ins Gewächshaus. In den meisten Gewächshäusern findet man Tomaten und gerade Salate vertragen sich mit Tomaten hervorragend. Andererseits muss man darauf achten, dass die Temperaturen im Frühjahr nicht zu hoch sind. Als Kopfsalat im Frühjahr bevorzuge ich die Sorte „Maikönig“, die aber nur gelingt, wenn man früh genug aussät bzw Jungpflanzen kauft und es im Gewächshaus nicht zu warm ist. Über 18°C sollte es nicht sein, denn ist es zu warm, neigen die frühen Salate zum Schießen und die Kopfbildung bleibt aus. Beim Pflanzen sollte man darauf achten, dass nicht zu tief gepflanzt wird, denn wenn der Wurzelhals im Boden ist, kann es leicht zur Fäulnis kommen, wobei die Pflanzen dann direkt über dem Boden abfaulen.
Wesentlich ergiebiger als der Kopfsalat ist der Pflücksalat. Man kann ihn auch im Herbst aussäen, damit man bis in den Winter hinein immer frischen Salat hat. Da man immer nur die äußeren Blätter erntet, wachsen die inneren Blätter weiter und man kann den Salat sogar noch ernten, wenn er anfängt, durch zu schießen. Bei der Düngung von Salat sollte man darauf achten, dass Salat im Allgemeinen empfindlich gegen Salz und Kali ist, was er gerne mag, ist eine gute Versorgung mit Humus.
Eisbergsalat ist ein weiter gezüchteter Kopfsalat mit knackigen Blättern, weshalb wir ihn eigentlich mehr mögen als den Kopfsalat mit seinen oftmals „schlabberigen“ Blättern. Eisbergsalat anzubauen ist aber nicht ganz einfach, denn er benötigt sowohl von oben wie von unten viel Wärme. Daher war der Anbau bei uns auch nicht von großem Erfolg.