Frühjahrszeit ist auch Aussaat- und Pflanzzeit. Vorgezogene Pflanzen kann man heutzutage überall kaufen, ich habe mich aber darauf beschränkt, Tomaten und Gurkenpflanzen zu kaufen. Alles andere habe ich aus Samen gezogen, einfach auch deshalb, weil es mehr Spaß und Erfahrung bringt, als einfach fertige Jungpflanzen zu kaufen.
Beim Einkauf von Saatgut sollte man immer auf die Standortbedingungen achten und auf die Haltbarkeit, die meistens auf der Rückseite des Samentütchens aufgedruckt ist. Man kann sagen, je geringer die Mindesthaltbarkeit, umso geringer wird auch die Keimfähigkeit des Samens sein. Wenn man Samen in Keimschutzpackungen kauft, sollte man ihn nach dem Öffnen alsbald verbrauchen oder wieder sehr gut verschließen und dann trocken lagern. Mit „Restsamen“ vom Jahr davor habe ich eigentlich immer noch ganz gute Ergebnisse erzielt.
Ebenfalls achten sollte man darauf, ob die Sorte, die man ausgewählt hat, auch im Gewächs-haus gedeiht, auf manchen Tütchen ist ein Hinweis, ob der Samen eventuell nur fürs Freiland zu gebrauchen ist. Sehr negativ wirkt es sich auch aus, wenn man zur falschen Jahreszeit aussät, denn dann ist es möglich, dass der Salat oder der Chinakohl keine Köpfe bildet, sondern durch schießt.
Bei der Aussaat hat sich spezielle Saaterde bewährt, die keimfrei und nicht zu stark gedüngt ist. Ob man nun in Pflanzschalen breitwürfig aussät oder als Einzelsaat in einem Saat-töpfchen, ist eigentlich reine Ansichtssache. Bei der breitwürfigen Aussaat muss man später die stärksten Pflänzchen pikieren, also vereinzeln, was zwar die jungen Pflanzen stärkt, aber auch sehr arbeitsintensiv ist. Die meiner Meinung nach beste Variante ist die Einzelaussaat in Eierkartons oder Pflanztöpfchen aus Pappe, die man im Handel kaufen kann. Am Einfachsten ist die Aussaat von pilliertem Samen, mit etwas Geduld und Ruhe kann man aber auch feine Samen einzeln in Papptöpfchen aussäen. Der große Vorteil ist, dass man nicht pickieren muss und man kann die durchwurzelten Töpfchen zusammen mit den Jungpflanzen in die Erde setzen, wo die Papptöpfe verrotten.
Dem Boden als Nährstoffgeber für unsere Pflanzen müssen wir von Anfang an große Aufmerksamkeit schenken. Am Besten ist ein mittelschwerer, sandiger Lehm. Er sollte krümelig bis feinkrümelig sein und sollte das Wasser gut halten können. Von vornherein werden die meisten Gartenböden nicht unbedingt für Gewächshäuser geeignet sein, sondern man muss sie ordentlich mit Komposterde und abgelagertem Stallmist „füttern“. Wenn der Boden allzu schlecht ist, kann man ihn auch einen Spatenstich tief abtragen und wieder mit guter Komposterde auffüllen. Nutzt man das Gewächshaus intensiv, dann kann es angebracht sein, dass man den Boden alle 3 Jahre auswechselt, da sollte man sich aber auf das eigene Gefühl verlassen und man wird auch merken, wenn die Pflanzen nicht mehr so recht wachsen wollen. Auf der sicheren Seite ist man aber immer, wenn man eine Bodenprobe entnimmt und untersuchen lässt. Hier und da kann man auch lesen, dass man einige Gemüsesorten auch in Säcken mit Substrat bzw Fertigerde ziehen kann. Diese Methode hat meiner Ansicht nach aber nichts mit vernünftigem Gartenbau zu tun. Zumindest als Hobbygärtner sollte man von einer solchen Methode Abstand nehmen.
Jede Pflanze benötigt Nährstoffe und irgendwann sind die Nährstoffe des Bodens verbraucht. Beim Düngen sollte man immer bedenken, dass wir nicht die Pflanzen füttern wollen, sondern den Boden, aus dem sich die Pflanze dann die Nährstoffe holen kann, die sie braucht. Daher bevorzugen wir organischen Dünger. Der Vorteil ist, dass der Dünger von Bodenbakterien langsam zerlegt wird und der Pflanze nach und nach zur Verfügung steht. Wir bevorzugen die eigene Komposterde oder gut abgelagerten Dung, ob man auf Blut-, Hornmehl oder Horn-späne zurückgreifen will, ist Ansichtssache, sie sind als organischer Dünger in seiner Wirkung aber nicht zu verachten.
Auberginen und Paprika gehören beide zu den Nachtschattengewächsen, ob man sie deshalb zusammen anbauen kann oder nicht, darüber könnte man eventuell streiten. Fest steht aber, dass die Aubergine gleich wie die Tomate einen hohen Wuchs hat und die Paprikapflanzen dagegen eher buschig niedrig bleiben. Bei genügend breitem Platzangebot könnte es sich daher anbieten, Auberginen in einer Reihe nach hinten zu setzen und verschiedene Paprika-pflanzen davor.
Auberginen und Paprika stammen aus südlichen Ländern, wo sie in einem trockenen Klima mit geringer Luftfeuchtigkeit gedeihen. Gleiche Lebensumstände sollten wir ihnen daher auch im Gewächshaus bieten. In der Kultur ähnelt die Aubergine den Tomaten. Wie auch die Tomaten wachsen die Auberginen nach oben und können an einem Geflecht aus Stangen gut gezogen werden. Da die Auberginen auch Selbstbestäuber sind, müssen sie regelmäßig geschüttelt oder gepinselt werden, damit der Blütenstaub auf die Narbe gelangen kann. Ebenfalls wie die Tomate wachsen bei der Aubergine Seitentriebe, die man bis auf wenige Triebe ausbricht.
Bei den Paprikas gibt es Sorten, die entweder buschig oder auch höher wachsen. Man kann sie zwar auch selbst aussäen, ich bevorzuge aber den Kauf von kräftigen Jungpflanzen. Damit bin ich auf der sicheren Seite, denn die Paprikas mögen es gerne warm. An den „Füßen“ sollte man sie aber nicht austrocknen lassen, denn sonst reagieren sie trotzig und werfen die jungen Früchte ab.
Es wird immer gesagt, es gibt grüne, gelbe und rote Paprika. Grüne gibt es aber nicht, sie sind nur unreif und verändern mit zunehmender Reife ihre Farbe.
Wenn man sie bekommt, lohnt es sich auch, Peperonipflanzen zu kultivieren. Die kleinen Früchte kann man dann pflücken und zum Trocknen aufhängen. Nach dem Trocknen kann man sie dann fein vermahlen und erhält so ein superscharfes Gewürz.